30Juni
2021

Kurze Anwesenheitskontrolle

Eric - jap, hier!

Tja, jetzt gerade ist wirklich nicht die beste Zeit um sich um diesen Blog zu kümmern. Ich sitze permanent an meiner Masterarbeit, die ich in knapp 2,5 Wochen am 16. Juli abgeben muss. Glaubt mir, ich kann es kaum erwarten, bis das endlich vorbei ist. Solange man nämlich noch nicht fertig ist, gibt es immer irgendwas, was man noch untersuchen oder verbessern kann. So gesehen stelle ich gerade täglich fest, dass das Parkinson'sche Gesetz wirklich wahr ist: Arbeit dehnt sich genau in dem Maße aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Immerhin werde ich wohl keinen Stuss abliefern. Ich mache mir eher noch Sorgen darüber, ob das am Ende alles rund aussieht und ob ich alle Zusammenhänge gut erklären und interpretieren kann. Denn in gewisser Weise habe ich immer noch das Gefühl, dass genau darauf am meisten Wert gelegt wird und dass ich genau das nicht so gut kann. Aber naja, das wird schon irgendwie.

So, mein Code ist soeben durchgelaufen, dann mal weiter an die Arbeit. Nach dieser ganzen Sache hört ihr bestimmt wieder mehr von mir und vor allem mehr zum Thema dieses Blogs. Macht es gut und genießt den Sommer (auch wenn es gerade gewittert während ich das schreibe :D).

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Musikempfehlung des Tages: nublu - Laiaks lüüa

01Mai
2021

Ett nytt äventyr!

Hallo! Es ist der 1. Mai um 1 Uhr und ihr fragt euch sicher, was dieser komische Titel zu bedeuten hat. Tja, in diesem Blogeintrag werde ich es euch endlich verraten, die "große Ankündigung" die ich in einigen der letzten Blogeinträge immer wieder "groß angekündigt" hatte. Eigentlich weiß ich gar nicht, ob diese Ankündigung für diesen Blog so positiv ist, da sie durchaus auch negative Konsequenzen für ihn haben könnte, aber dazu später mehr. Ich will auch nochmal darauf hinweisen, dass ich gestern (also letzten Monat) auch einen Artikel geschrieben habe. Nicht, dass der so einfach untergeht, wenn auf einmal zwei Einträge kurz hintereinander veröffentlicht werden. Ok, genug jetzt aber. Sag schon Eric, was willst du denn so "groß ankündigen"? Alles klar, hier kommt die Story:

Vor einem halben Jahr traf ich mich abends mit einem Studienfreund hier aus Dresden. Dieser Kumpel ist eigentlich in vielen Dingen in einer ähnlichen Lage wie ich. Er studiert fast das gleiche wie ich, möchte an der gleichen Professur seine Masterarbeit schreiben wie ich und ist bald mit seinem Studium fertig und weiß noch nicht wo es danach hingehen soll. Außerdem liebt er es zu reisen und war von seinem Auslandssemester in Valencia vor ca. 2 Jahren begeistert. Wir sitzen also in seiner Wohnung, trinken ein Bier (was ich schon lang nicht mehr gemacht hatte) und irgendwann erwähnt er seinen Plan, sich nochmal für ein Erasmus-Semester (= Auslandssemester in Europa) zu bewerben. Ich fand das komisch. Er ist ja bald mit seinem Studium fertig und nach der Masterarbeit geht das dann ja nicht mehr. Er meinte, doch, das geht. Er hat ein kleines Schlupfloch gefunden, mithilfe dessen er nicht gleich nach dem Bestehen der Masterarbeit exmatrikuliert wird. Und da will er nun noch ein Auslandssemester in Valencia einschieben, weil es ihm so dort gefallen hat. Ich hielt das zunächst für verrückt, merkte aber auch, dass ich sofort neidisch wurde. Ich konnte mein Semester an der UNR nicht ganz abschließen, abgesehen davon war es super schön... ich will auch! Mit diesen Eindrücken ging ich also dann später nach Hause und ließ die Info ein bisschen sacken. Ich hatte immer fest damit gerechnet, dass Reno mein einziges Auslandssemester sein würde. Danach steht ja eh nur noch die Masterarbeit an. Die Zeit ist also begrenzt. Ganz zu schweigen davon, dass ich schon über der Regelstudienzeit bin, also eigentlich bis September 2021 fertig sein muss. Es ist also nicht möglich. Oder vielleicht doch? In den Wochen darauf stöberte ich ein wenig und bestätigte zunächst das, was ich eigentlich schon wusste: Die Noten meiner Sprachkurse, die ich in den letzten Semestern belegt hatte, sind noch nicht offiziell angerechnet. Solange ich das nicht veranlasse, werde ich mein Studium also auch nicht abschließen. Mir steht also das gleiche Schlupfloch offen wie meinem Kumpel und ich hätte theoretisch nach der Masterarbeit noch Zeit. Hm, gut, aber ich muss bis September 2021 fertig sein, sonst überziehe ich die 4 Semester, die man überziehen darf und bekomme für alle noch ausstehenden Prüfungsleistungen eine 5,0 eingetragen. Aber Moment, war da nicht was? Es hieß in den letzten Monaten immer mal wieder, dass in ganz Sachsen die Regelstudienzeit wegen Corona verlängert wird - evtl. sogar um 2 Semester wegen den beiden Semestern die online stattfinden mussten. Damit hätte ich noch ein Jahr. Außerdem könnte ich dann ein Urlaubssemester nehmen für die Zeit in der ich im Ausland bin und würde somit auf dem Papier nicht mal ein Semester "verlieren". Auch da gibt es also mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Weg. Aber gut, ich werde mit meiner Masterarbeit im Sommer fertig sein. Das heißt wenn dann geht es um das nächste Wintersemester, was dann auch bald wieder beginnt. Kann ich mich dafür überhaupt noch bewerben - die Frist für Reno war ja über ein Jahr? Hm, für Stationen außerhalb Europas geht das nicht mehr. Es wird also kein Reno 2.0 geben. Schade. Aber tatsächlich scheinen im Erasmus-Programm die Fristen kürzer zu sein. In der Fachrichtung Geowissenschaften ist am 31.01. Bewerbungsschluss. Würde also noch gehen. Würde ich aber überhaupt Chancen haben? Immerhin sind bei jedem Austauschprogramm die Plätze begrenzt und jemand der die Noten an der Gasthochschule eigentlich gar nicht mehr für sein Studium hier in Dresden bräuchte (ich brauche ja wie gesagt nur noch die Masterarbeit) ist da sicherlich nicht die erste Wahl. Aber Moment, hatte ich nicht immer von Studenten und Dozenten gehört, wie wenig die Erasmus-Angebote in unserer Fachrichtung genutzt werden? Wie wenige Leute sich bei uns für ein Auslandssemester entscheiden? Ja, das hatte ich. Vielleicht habe ich also doch gar keine so schlechten Chancen. Hm, stellt sich noch die Frage, an welche Uni ich dann gehen würde. Fand ich die Auswahl an unserer Fachrichtung nicht immer etwas lahm? Und dann muss die Uni ja auch zu meinen Wünschen passen und Kurse anbieten, die mich interessieren und die mich weiterbringen. Schauen wir mal was so zur Auswahl steht. Polen, Ungarn, Tschechien, Frankreich, Österreich, ..., alles gut aber klingt nicht wirklich nach Highlight, zumindest für mich. Was gibt es noch? Ljubljana in Slowenien - das Kursangebot sieht ganz ok aus und das Land klingt für mich zumindest spannender als viele andere. Außerdem kenne ich jemanden, der dort schon war und es richtig super fand. Aber ob es so der Burner ist? Naja, kann man sich mal vormerken. Valencia in Spanien - genau davon schwärmt mein Kumpel so. Und es klingt schon cool, es liegt am Meer, die Kurse hören sich spannend an und die Kultur wäre total interessant. Aber am Ende wäre ich dann mit meinem Kumpel dort, was zwar toll wäre, aber ich glaube auch irgendwie kontraproduktiv. Außerdem werden die Kurse auf Spanisch gehalten und nicht auf Englisch und leider ist mein Spanisch total eingerostet. Schauen wir weiter. Venedig in Italien - absolut geile Location. Die Uni sieht aus wie aus dem Film, ist malerisch an einem Kanal gelegen und scheint dennoch sehr neu und modern ausgestattet zu sein. Außerdem habe ich in den letzten Monaten viel Italienisch mit Duolingo gelernt. Hm, leider passt das Kursangebot so gar nicht. Richtet sich eher an Geografen und eigentlich nichtmal das so richtig, sondern eher an Architektur und Bauingenieurwesen. Das wird also wahrscheinlich nichts. Aber warum wird das dann hier angeboten? Naja, weiter. Vielleicht sollte ich die anderen Länder doch nicht so einfach rauswerfen. Es gibt nämlich noch Paris in Frankreich - ich meine, es ist Paris. Die Metropole in Europa schlechthin. Hier gibt es alles und jeden. Das hätte schon was. Das Kursangebot scheint sogar auf Englisch zu sein, was für Frankreich echt selten ist. Leider findet man nicht so viele Infos wie bei den anderen Unis. Ich weiß nicht mal, welche Kurse es genau geben würde. Und es würde sau teuer werden schätze ich. Also gut, was gibt es noch? Vilnius in Litauen - ich muss zugeben, ich hatte schon immer ein Herz für die baltischen Länder und auch wenn ich mich am meisten in Estland verliebt habe, klingt Litauen auch super interessant. Die Kurse sind auf Englisch und gehen ein bisschen mehr in die Kartografie-Richtung, aber genau das hat mich eigentlich schon immer gereizt mal etwas tiefergehend auszuprobieren. Außerdem ist es günstig. Ich kenne auch hier sogar jemanden, der dort in der Zeit vor dem Lockdown war. Er meinte, er hätte es sich hier und da etwas cooler vorgestellt, aber insgesamt war's ganz nett. Hm, na gut, seine Freundin war zur gleichen Zeit auf La Réunion im Indischen Ozean. Da ist der Vergleich natürlich recht unfair. Aber naja, wenn ich nochmal so aufs Kursangebot schaue, so viele Kartografie-Kurse gibt es offenbar in meinem anvisierten Semester doch nicht. Reicht das also aus? Vielleicht sollte ich weiterschauen. Es gibt ein Ziel was mich eigentlich schon seit jeher angelächelt hat. Ein Ziel, zu welchem ich vielleicht übergegangen wäre, wenn ich für Reno nicht angenommen worden wäre. Aber ich hatte es mir nie im Detail angeschaut. Also los. Gävle in Schweden - kleinere Stadt nördlich von Stockholm, die Uni ist nicht die größte, aber es gibt interessante Kurse, die fast alle in die GIS-Richtung gehen. Genau die Richtung, die ich seit meinem Reno-Aufenthalt eigentlich wieder vertiefen möchte. Das würde also schon mal super passen. Außerdem kann ich die Sprache ja schon ein wenig. Die Unterrichtssprache ist dennoch Englisch. Passt also auch recht gut. Und außerdem ist es Schweden. Schon seit ich denken kann üben die skandinavischen Länder eine unfassbare Faszination auf mich aus. Nordamerika und Skandinavien, das waren immer meine Herzensziele. In Nordamerika war ich jetzt schon, warum also nicht jetzt Skandinavien? Als Tourist war ich sogar schon zweimal in Schweden, einmal ganz im Süden und einmal ganz im Norden. Beides war absolut toll und ich hab mich wohlgefühlt in der Kultur. Bei einem der beiden Ausflüge habe ich sogar mit ein paar Freunden einen anderen Studienkollegen in seinem Auslandssemester in der nordschwedischen Stadt Luleå besucht und weiß somit schon ein bisschen, wie das Unileben aussieht. Die Atmosphäre auf dem dortigen Campus war jedenfalls ziemlich entspannt. Ich bringe also besondere Faszination für das Land mit, kann die Sprache verstehen und ich würde durch das passende Kursangebot einen Mehrwert für mein Studium haben. Alles top! Aber Vorsicht, gibt es nicht sonst noch Dinge, die man bedenken sollte? Was ist mit Kosten? Ist Schweden nicht teuer? Über das Erasmus-Programm gibt es für Schweden eine monatliche Förderungspauschale von 450€. Außerdem ist Gävle nicht gleich Stockholm und Schweden ist allgemein etwas günstiger als z.B. Dänemark oder Norwegen. Und Flüge von Berlin nach Stockholm sind zuweilen erstaunlich günstig (wir reden hier von etwa 35€ einfach). Okay, aber sind die Semesterzeiten nicht etwas doof? Das Wintersemester beginnt dort schon Ende August, das ist viel früher als im Großteil der anderen Länder. Schaffe ich das mit meiner Masterarbeit? Naja, umso mehr Motivation habe ich vielleicht, jetzt langsam anzufangen. Möglich wäre es auf jeden Fall. Tja, na dann scheint es jetzt klar zu sein: Die Entscheidung ist getroffen! Gävle it is! In der Zeit bis zum 31.01. erstellte ich also eine Bewerbung mit kleinem Motivationsschreiben, Lebenslauf, usw. und stellte die Idee dem Erasmus-Koordinator vor, der sich als der Betreuer meiner Masterarbeit entpuppte(!). Was für ein Zufall. Das entmutigte mich etwas, da ich dachte, dass er bestimmt möchte, dass ich mich auf meine Masterarbeit konzentriere und nicht da jetzt so gutgläubig was plane. Erstaunlicherweise sah er das Ganze aber entspannt (das gleiche Gespräch hatte er ja schon mit meinem Kumpel) und nahm meine Bewerbung ganz normal entgegen. Und dann - wurde ich ausgewählt! :) Ich wurde von meinem Koordinator also offiziell an der "Högskolan i Gävle" als Austauschstudent nominiert und musste mich daraufhin gleich um ganz viel Papierkram kümmern, wie z.B. um das Learning Agreement, in dem alle Kurse, die ich besuchen werde, festgelegt werden. Ich bekam außerdem schon die ersten Mails von meiner neuen Gasthochschule. Ich musste mich auch in deren Portal nochmal bewerben und viele Dokumente hochladen. Dann wurde mir leider mitgeteilt, dass zwei Kurse auf die ich mich sehr gefreut hatte, nicht stattfinden können. Hm, schade, aber nun gut, wähle ich eben was anderes. Learning Agreement nochmal angepasst und nochmal hingeschickt. Und dann... kommen wir nun langsam in der Gegenwart an. :)

Ich werde also ein neues Auslandssemester machen! Ich freue mich total, dass ich nun auch diesem zweiten Wunschtraum nachgehen kann und dass ich allgemein nochmal die Chance bekomme, nach meinem "halben" Semester in Reno nun doch noch ein komplettes Auslandssemester absolvieren zu können. Diesen einen Motivationsgrund hatte ich bisher noch gar nicht erwähnt: Trotz! Irgendwo will ich es auch einfach machen weil es geht und weil ich Corona diesen "Sieg" über mein Semester in Reno nicht gönne. Jetzt habe ich diese einmalige Gelegenheit, die sich wie ein Wunder auf einmal ergeben hat, da muss ich einfach zuschlagen, egal wie das nun von außen betrachtet wirkt. Ich will an dieser Stelle auch einmal erwähnen, dass ich jetzt schon weiß, dass dieses neue Auslandssemester in Schweden niemals das in Reno toppen kann. Das ist einfach so. Es war mir von Anfang an klar, dass das Semester nur ein Zusatz werden wird nach Reno. Die Zeit an der UNR hat sich so sehr in mein Herz gebrannt, dass es da einfach nichts gleichwertiges geben wird. Das nur mal so als Statement. Dennoch werde ich natürlich mit der gleichen Neugierde an die Sache rangehen und ich werde versuchen, die Zeit in Gävle gleichermaßen zu genießen wie in Reno. Ich denke auch, das dürfte nicht so schwer werden. Es wird eben anders, aber nicht weniger aufregend. :) Eine Frage habt ihr nun aber sicherlich noch und zwar zurecht: Warum hast du das nicht alles früher schon mal erwähnt? Ist ja immerhin ein großes Ding und wäre guter Content für diesen Blog? Naja, dafür gibt es zwei Gründe. Einerseits ist dies ja ein Blog über die USA, über meine Zeit in Reno und nicht über mein ganzes restliches Leben. Leute, die auf meinen Blog stoßen, kommen deswegen hier her, weil sie etwas über mein Auslandssemester an der UNR wissen wollen. Gut, das ist seit einem Jahr vorbei, aber immerhin bewegt sich der Content immer noch in die Richtung. Und das habe ich auch weiterhin vor so zu handhaben. Der zweite Grund ist aber eigentlich viel ausschlaggebender: Ich wusste bis vorgestern nicht, ob das Auslandssemester in Gävle wirklich stattfinden wird. Klar, ich war angenommen, stand schon mit der Hochschule in Kontakt, alles war schon fast fertig organisiert, aber die schwedische Uni hatte noch nicht entschieden, ob sie Erasmus-Studierende aufgrund der Entwicklungen in der Pandemie überhaupt im kommenden Semester zulassen wird. Das hatten sie nämlich in den letzten zwei Semestern nicht, was im europäischen Vergleich eine sehr harte Herangehensweise war. Es bestand also durchaus die ernste Chance, dass das Ganze noch abgeblasen wird. Und bis dahin wollte ich mich auch selbst nicht zu sicher wiegen. Genau das war dann vermutlich auch der Grund, warum ich erst jetzt, knapp ein halbes Jahr nach der ersten Idee, hier darüber schreibe. Damit ich mich nicht selbst "in Vorfreude schreibe" und es am Ende doch nicht stattfindet. Nun wurde es aber von Seiten der HiG (das ist die Abkürzung meiner neuen Gasthochschule) bestätigt, dass im kommenden Autumn Semester ausländische Studenten zugelassen sind. Leider gibt es hier aber auch gleich eine schlechte Nachricht. Zumindest der erste Teil des Semesters (in Schweden werden Semester nochmal in zwei Abschnitte unterteilt) wird online stattfinden. Das ist sehr schade, da ich so ein bisschen die Hoffnung hatte, dass sich die Corona-Situation genau bis dahin ausreichend verbessert hat, um wieder einen normalen Uni-Alltag erleben zu können. Das wird es also nun zumindest zu Beginn nicht geben. Aber naja, hoffen wir mal das Beste für den Rest. Ich werde denke ich schon ganz normal Ende August hinfliegen und mich dann eben dort im Wohnheim (oder wo auch immer ich dann wohnen werde) oder in der Umgebung beschäftigen. Auch ohne persönlich an Uni-Veranstaltungen teilzunehmen, kann man ein Land sicherlich gut kennenlernen. Natürlich kommt es für mich persönlich noch auf andere Faktoren vorher an, wie z.B. ob ich rechtzeitig geimpft werden kann. Wer weiß wie die Einreisebestimmungen Ende August sein werden und welche Lage allgemein in Schweden herrschen wird? Da kommt also noch einiges auf mich zu, was es abzuwarten gilt. Aber das wirkt alles klein, wenn man bedenkt, dass ich verdammt nochmal ein zweites Auslandssemester machen werde! Wahnsinn! Jag är så glad!

Puh, wow Leute, krass wie lang dieser Artikel geworden ist! Das hatte ich gar nicht so geplant als ich ihn begonnen hatte zu schreiben. Aber es gab offenbar doch viel zu erzählen und jetzt wisst ihr ausgiebig Bescheid über die "große Ankündigung". Ich weiß noch nicht, ob ich euch jetzt hier ab und an auf dem Laufen halten werde oder ob ich das nicht auslagere. Ich spiele nämlich schon mit dem Gedanken, ob sich ein neuer Blog dafür lohnen würde... uh, jetzt aber genug geteasert. Ihr erfahrt alles wichtige wenn es soweit ist. Ich muss mir da auf jeden Fall noch ein paar Gedanken zu machen. Eigentlich habe ich aktuell auch genug andere Dinge zu tun, aber jetzt habe ich auf jeden Fall einen guten Grund, mich weiter motiviert in die Masterarbeit zu stürzen. Zumindest wäre es schön, wenn es diesen Effekt gäbe. Ich warte noch ein bisschen darauf. :D So, jetzt muss ich aber wirklich langsam zum Ende kommen. Ich habe nun etwa 2,5 Stunden an diesem Eintrag geschrieben und irgendwann sind auch die größten Breaking News zu Ende erzählt. Macht es also gut, bleibt gesund, lasst euch impfen und dann sehen wir bestimmt bald Licht am Horizont! Bis bald!                       Achso, und man spricht es "Jähvle".

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Musikempfehlung des Tages: Timbuktu - Resten av ditt liv

 

30April
2021

Wake me up when April ends

Hallo! Ich wollte mich mal wieder melden, immerhin liegt der letzte Eintrag schon wieder über einen Monat zurück und es wäre doch schade wenn es im gesamten April keinen neuen Eintrag geben würde. Daher habe ich mich jetzt um 23 Uhr nochmal an den Rechner gesetzt und schreibe euch noch ein paar Zeilen. Ein paar Dinge sind dann doch passiert.

Ich könnte jetzt darüber lamentieren, wie sehr mich meine Masterarbeit doch schlaucht, wie viel Stress es ist, wenn man fast durchgehend daran denkt und sein ganzes Leben danach ausrichtet und wie sehr es vor allem auch in der Corona-Zeit schwer ist, sich zu motivieren, da man nie den Arbeitsplatz wechseln kann und sich auch sonst nicht groß ablenken kann. Und verdammt, ich habe meinen Betreuer noch nie persönlich getroffen, nur über Videochat. Und ich bin schon bei der Hälfte meiner Bearbeitungszeit. Was sich übrigens schlecht anfühlt, weil ich immer gerade so noch im Zeitplan bin und mich konstant frage, ob ich das alles so in der Zeit schaffen werde. Wie gesagt, ich "könnte" darüber lamentieren. Ich könnte mich auch sonst darüber aufregen, dass das Impfen nicht so schnell vorangeht wie es sollte, dass keine nachvollziehbare Strategie mehr in Deutschland gefahren wird und dass ich durch das alles den Großteil meiner Freunde lange nicht gesehen habe und der letzte Tag an dem ich so richtig Sport gemacht habe morgen exakt ein halbes Jahr zurück liegt(!). Das würde ich aber natürlich nie machen. Das könnte man höchstens subtil in einen Abschnitt verpacken in dem man sich selbst im Konjunktiv betrachtet und diese Absicht dabei immer wieder von sich weist, sich insgeheim aber freut, alles zumindest mal niedergeschrieben zu haben. Klar, am Ende wollen wir doch alle, dass dieser Blog eher die schönen und spannenden Dinge beleuchtet. :)

Und da gibt es im Bezug auf meinen USA-Aufenthalt zumindest ein paar kleine Dinge. Zunächst hatte ich ja am 1. April Geburtstag. Das realisierten meine Freunde aus Reno aber erst am 2. April und so wurde ich einen Tag nach meinem Geburtstag mit vielen Glückwünschen überschüttet und konnte mich daher doch freuen, dass sie mich nicht vergessen haben! :) Naja, zumindest Peter nicht. Der schrieb das nämlich zuerst in die Gruppe und dadurch sahen es alle. Genau diese Rolle übernahm ich dann später bei Kiki's Geburtstag und auch bei Peter's Geburtstag selbst, der heute ist! So durfte sich jeder über viele Glückwünsche und so einige lustige Instagram-Collagen freuen. Mich würde es übrigens echt interessieren wie es Peter beim Milität geht. Man hört ja so wenig. Das letzte Mal meinte er, dass er versuchen will früher davon wegzukommen. Hm, ob das so einfach möglich ist? Ich bin wirklich gespannt was er im nächsten Jahr berichten wird. Aber gut, nun bin ich also so ein bisschen zum Gruppenkoordinator geworden, der immer auf alle Geburtstage aufmerksam macht. Das ist okay und ich bin den anderen auch nicht böse, dass sie meinen vergessen haben. Keiner kann sich so viele Geburtstage merken. Gut, ich konnte das schon immer ein bisschen besser als andere, weswegen ich diese neue Rolle jetzt auch übernommen habe. Ende Juni kommen Diana und Ema dran. Bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit. Ich hoffe, dass wir uns bis dahin mal wieder online sehen können. Aurora will das die ganze Zeit organisieren, aber immer wenn ein paar von uns zugesagt haben, schaut sie nicht mehr auf ihr Handy und bemerkt manchmal erst Tage später, dass sie ja einen Videochat organisieren wollte. Aber das ist auch irgendwie typisch. :) Ich schweife ab. Es gibt nämlich noch eine andere Sache, die mich ganz besonders freut. Und zwar darf ich wie schon im letzten Jahr nächste Woche das Testimonial für den Austausch mit der UNR beim International Day der TU Dresden sein! Das heißt ich darf über meine Erfahrungen sprechen, Tipps geben, Bilder zeigen und den interessierten Studenten die UNR schmackhaft machen. Offenbar ist die UNR in den letzten Semestern sogar immer beliebter bei den Studenten geworden und ist mittlerweile eines der begehrtesten Ziele im Programm. Kann ich nur zu gut verstehen! Und ich freue mich auf jeden Fall darauf, diese Beliebtheit noch zu verstärken! Gut, der Grund dafür, dass ich das ganze überhaupt nochmal machen darf ist hauptsächlich Corona. Denn durch die Pandemie gab es in der Zwischenzeit keinen, der in Reno war (außer Nina, deren Blog ich damals verlinkt hatte - sie hatte wohl keine Zeit). Und so waren Diana und ich die letzten die nicht unter Pandemiebedingungen dort an der Uni waren. Ursprünglich hatte die verantwortliche Koordinatorin des Programms daher auch Diana und mich zusammen kontaktiert. Ich hätte ihr sogar diesmal den Vortritt als Testimonial gelassen, da ich das ja schon letztes Jahr gemacht habe und ich glaube, sie hätte auch gerne gewollt. Sie muss aber leider am Donnerstagvormittag immer im Labor stehen und für ihre Masterarbeit forschen. Ja, auch sie schreibt gerade ihre Abschlussarbeit und ist genauso gestresst wie ich. Aber lasst uns darauf nicht weiter eingehen. Ich freue mich jedenfalls, dass ich wieder ein paar Studenten erzählen darf, wie toll die Zeit in Reno war (+ ein paar Formalitäten). Ich sollte dafür auch unbedingt nochmal meine Notizen vom letzten Jahr kürzen. Denn diesmal habe ich nur 15 Minuten und vor und nach mir sprechen noch andere Leute, die in anderen Ländern waren. Letztes Mal hat das Ganze eine halbe Stunde gedauert mit den ganzen Fragen. Naja, das kriege ich schon irgendwie verdichtet. Und am Ende ist es auch nicht so schlimm, wenn die Leute ein paar Minuten mehr über Reno gehört haben. ;)

So, auch wenn das wieder recht mittelmäßige Infos waren im Vergleich zu den Blogeinträgen die ich im letzten Jahr hier verfasst habe, hoffe ich doch, dass ihr Spaß hattet beim Lesen. Vielleicht wird es bald wieder spannender. Ich hatte ja mal eine Art "große Ankündigung" versprochen. Die stand bisher aber noch nicht 100% fest, daher hatte ich das ein bisschen zurückgestellt. Ich habe allerdings gestern endlich eine endgültige Zusage bekommen, daher könnte ich das eigentlich langsam erzählen. Hm... eigentlich gar keine so schlechte Idee. Und wenn ich das gleich nach Mitternacht schreibe, sieht es nachher so aus als hätte ich es in zwei verschiedenen Monaten geschrieben - so als wäre etwas Abstand dazwischen. Genial! Gut, ihr habt es bis dahin bestimmt schon beides auf einmal gelesen, aber denkt doch mal an die Optik auf dem Blog. Außendarstellung ist auch wichtig! Also dann, wir lesen uns bald wieder. Bis nächsten Monat! :)

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Musikempfehlung des Tages: Colapesce & Dimartino - Musica leggerissima

26März
2021

Wieder ein Jubiläum

Mensch, da saß man eben noch hinter der Sicherheitskontrolle am Flughafen San Francisco mit einem Sandwich in der Hand und hat gewartet bis das Boarding für den Flug nach Frankfurt losgeht. Und zack, ist es ein Jahr später und man sitzt in seinem neuen WG-Zimmer in Dresden-Löbtau und schreibt einen Blogeintrag über das einjährige Jubiläum dieses Moments. Verrückt oder?

Ich habe heute eigentlich gar nicht so viel auf dem Herzen, aber da ich durch das einjährige Jubiläum der Corona-Pandemie (möge es das letzte gewesen sein!) und durch die ständigen Erinnerungen auf meinem Instagram-Account viele alte Erlebnisse Revue passiert habe, fühle ich mich trotzdem, als müsste ich das zumindest kurz verarbeiten. Ich will ehrlich sein: Aktuell bin ich im Dauerstress. Und das ist kein Stress der von schwerer Arbeit oder vielen Terminen kommt, sondern eher von konstanten Sorgen über meine Masterarbeit, die ich gerade schreibe und über die Zukunft, die aktuell recht ungewiss ist. Vermutlich ist gerade in solche Zeiten die Sehnsucht nach einem einfacheren Leben, wie ich es in Reno hatte, umso größer. Vor allem ist bei mir immer noch das Gefühl da, dass ich dort all diese Sorgen die ich jetzt habe, nicht gehabt hätte. Selbst wenn ich dort pausenlos an meiner Masterarbeit gesessen wäre und allen Grund zur Sorge gehabt hätte, wäre ich in meiner UNR-Umgebung viel entspannter gewesen. Das weiß ich. Und daran sieht man, dass es oft nicht die Sache an sich ist, die einen runterzieht, sondern alle Faktoren zusammen eine Rolle spielen. Wenn man sich in seinem Umfeld und in seiner Umgebung wohlfühlt, ist der Rest nur noch Formsache. Wenn nicht, dann fühlen sich selbst die kleinsten Herausforderungen schon schwer und erdrückend an. Nur um das klarzustellen: Mir geht es gut! Ich schaffe es schon irgendwie, den Stress zu managen und ich bin jetzt auch nicht unglücklich hier in Dresden. Der Vergleich ist lediglich das, was mich denken lässt, dass das alles eigentlich auch anders gehen müsste. Nur leider konnte ich die selbe Motivation bisher nirgends in Deutschland auftreiben. Na mal sehen, ich komme schon irgendwie ans Ziel.

Aber mal ehrlich, ist es nicht total komisch, wie schnell das Jahr vorüber gegangen ist? Mir kommt es eher so wie 8 Monate vor, wenn überhaupt. Ich meine gut, ist ja auch nicht so viel passiert in der Zeit. Aber ein Jahr? In knapp einer Woche werde ich 25! Dabei bin ich doch eben noch 23 gewesen. Crazy! Und wenn ich tief in mich hineinhöre, merke ich auch, dass es sich irgendwie nicht 100% real anfühlt. Oder naja, real ist vielleicht das falsche Wort für das was ich sagen will. Es ist für mich immer noch ein wenig so, als würde mein Leben auf Standby laufen. Als würde ich immer noch erstmal abwarten bevor dann das richtige Leben weitergeht, wenn der Virus dann besiegt ist. Als wäre das Ganze nur eine Unterbrechung, in der ich halt irgendwas tun muss, bevor es dann mit dem wahren Leben in Reno weitergeht. Auch hier übertreibe ich vielleicht etwas, aber ein Funken Wahrheit steckt überall mit drin. Eins ist klar, wenn Corona vorbei ist, werde ich zwar nicht direkt in Reno weitermachen, aber ich habe das Gefühl, dass ich dann wieder ein bisschen "Drive" zurückbekomme und wieder Vollgas geben kann. Und eben endlich aus diesem Autopilot-Modus rauskomme. Dabei hat mich die Pandemie abgesehen vom Abbruch meines Auslandssemesters fast weniger betroffen als die meisten anderen. Jetzt wo ich darüber nachdenke wird mir klar, dass es vermutlich viel mehr Leute gibt mit viel schlimmeren Ängsten und Sorgen und schlimmeren Schicksalen. Um die sollte man sich eigentlich mehr Gedanken machen. Denn auch die haben nun seit einem Jahr mit ihren Gefühlen zu kämpfen und wissen nicht, wann und ob es jemals wieder so wird wie früher. Ich kann noch länger durchhalten. Andere eventuell nicht.

Puh, sind das schwere Themen. Außerdem ist das ja kein Corona-Blog. Sorry also dafür. Vielleicht sollte ich eher erwähnen, dass ich vor ein paar Tagen seit knapp 2 Monaten das erste Mal wieder mit ein paar Freunden aus Reno gevideochattet habe. Erstaunlicherweise gab es gar nicht so viele wichtige Dinge zu erzählen, sondern wir haben eher über kleinere Erlebnisse und irgendwelchen Gossip geredet. Das tat aber auch mal wieder gut. Ich freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr. Denn irgendwie habe ich im Gefühl, dass ich da zumindest irgendeinen der Leute wiedersehen werde. Da hat man auf jeden Fall was, worauf man hinarbeiten kann. Und ansonsten... ja. Ich glaube ich komme langsam mal zum Ende. Irgendwie ein ziemlich unstrukturierter Blogeintrag aber was soll's. Content ist Content. :P Eigentlich steht auch immer noch eine größere Neuigkeit aus, die ich schon längst auf dem Blog verkünden wollte. Bisher hatte ich da allerdings wenig Zeit dazu und ich weiß zudem noch gar nicht in welcher Form ich das überhaupt ansprechen werde. Also seid einfach mal unverbindlich gespannt. Bis dahin wünsche ich euch aber erstmal eine schöne Osterzeit und haltet durch! Das ist nun hoffentlich die letzte kritische Phase der Pandemie und ihr wollt euch doch nicht wirklich kurz vor eurer Impfung noch anstecken. Dachte ich mir. :) Macht es gut!

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Musikempfehlung des Tages: Khruangbin - White Gloves

04März
2021

Wanderlust

Ich habe spontan Lust einen Blogeintrag zu schreiben. Nichts wie los!

Seitdem wir uns wieder im 2. Lockdown befinden, verbringe ich sehr viel Zeit zuhause, alleine, vor dem Rechner, an meinem Handy. Und wenn es mal gerade nicht um die Masterarbeit geht, dann geht es bei mir meistens um eins: Die große weite Welt. Ich habe das schon letzten Sommer gemerkt. Als der Lockdown gerade frisch zu Ende war, konnte ich einfach nicht anders und musste raus. Raus in die weite Welt. Die bestand in diesem Fall situationsbedingt aus unseren Nachbarländern. Innerhalb von 4 Monaten besuchte ich Luxemburg, Frankreich, Belgien, die Niederlande, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Polen und einige Gegenden innerhalb Deutschlands. Und das im Pandemie-Jahr. Ich glaube das zeigt deutlich, wie viel mir das Reisen bedeutet. Und gerade dann, wenn man gerade nicht reisen kann, ist dieses Verlangen, mal rauszukommen wohl besonders groß. Ich vertreibe mir meine freie Zeit also oft damit, mir zukünftige Reiserouten auszudenken, Kosten in Erfahrung zu bringen, neue Regionen der Erde kennenzulernen und "weiße Flecken" auf meiner inneren Landkarte mit Wissen und Informationen zu füllen. Ich schaue mir YouTube-Videos von Travelbloggern an, die (meist eher unbekanntere) Orte vorstellen, Tipps für günstiges und sicheres Reisen geben und ihre allgemeinen Reise-Erfahrungen teilen. Ab und zu finde ich auch Videos von Leuten, die in recht unbekannten Gegenden wohnen und von ihrem Alltag dort erzählen, was ich unglaublich spannend finde. An dieser Stelle will ich kurz den Channel Yeah Russia erwähnen, auf dem eine Studentin (die ebenfalls ihr USA-Auslandssemester wegen Corona abbrechen musste) aus dem äußersten Osten Russlands auf witzige und realistische Weise von ihrem Alltag am trostlosen "Ende der Welt" erzählt. Ich würde nun am liebsten sofort ins Baltikum, nach Slowenien, nach Spanien, nach Russland, nach Mittelamerika, zur arabischen Halbinsel, nach Marokko, nach Chile und Argentinien, nach Washington und natürlich zu den verschiedensten abgelegenen Inseln der Welt aufbrechen. Ich habe mir sogar ein Profil auf der Travel-Plattform NomadMania angelegt, auf der man eintragen kann, wo man überall schon war und das dann mit anderen vergleichen kann. Aus den 1301 Regionen der Welt habe ich gerade einmal 66 und befinde mich damit auf Rang 7114. Dann sehe ich, wie viel die Leute an der Spitze der Rangliste schon gesehen haben und ich träume von einem Leben das nur aus Reisen besteht. Dann denke ich über die Kosten nach und über die Dinge auf die ich verzichten müsste und merke, dass das nicht sehr realistisch für mich ist. Aber mal so ein paar Jahre nur reisen..? Vielleicht wäre es auch gar nichts für mich, aber weiß ich das ohne es probiert zu haben? Corona zeigt uns ja, dass wir jede Chance am besten sofort nutzen sollten. Aber dennoch will ich ja auch andere Dinge im Leben. Aber welche genau? Und was will ich überhaupt vom Leben? Und da wären wir dann bei einer waschechten Existenzkrise angelangt. Ich habe mich in letzter Zeit immer wieder in solchen Fragen wiedergefunden - auch ohne den Reise-Kontext. Ich schiebe das auf jeden Fall auch auf die Corona-Krise. Nach allem was ich von Freunden mitbekomme, grübelt jeder gerade so ein bisschen über sein Leben nach und merkt vielleicht durch den aktuellen Mangel an Optionen, dass er eigentlich gerne dies und jenes viel lieber in seinem Leben hätte oder machen möchte. Ich denke, wir gewinnen alle gerade ein paar wichtige Erkenntnisse über unser Leben. Diese sollte man aufgrund der Krisensituation natürlich im Kontext sehen. Vielleicht sind sie zuweilen auch nicht mal richtig ernst zu nehmen. Aber dennoch können wir diese Erkenntnisse nach der Krise auf jeden Fall nutzen, um bedachter und zielstrebiger durchs Leben gehen. Die Einsicht, dass vieles im Leben nicht selbstverständlich ist, ist hier wohl das was uns alle verbindet. Ihr seht, wie schnell ich in diese sentimentale Richtung abgedriftet bin. Eigentlich habe ich das nie vor, wenn ich so einen Blogeintrag beginne. Aber das greift bei Themen die einem wichtig sind eben alles ineinander. Auf der Suche nach meiner eigenen Lebensphilosophie stellt das Reisen offenbar einen großen Faktor dar.

Um den Bogen zu schlagen: Ich glaube, dass mein Aufenthalt in den USA zu all dem entscheidend beigetragen hat. Ich habe gemerkt, welchen (positiven) Einfluss es auf mich hat, wenn ich mich in einer fremden Umgebung befinde. Ich war viel engagierter und aktiver als jetzt. Gut, das hängt natürlich auch viel mit Corona zusammen, aber ich denke das hätte ich auch ohne Pandemie so gesagt. Und so etwas vergisst man nicht so schnell und sehnt es sich in Zeiten wie diesen besonders herbei. Ob ich dieses Gefühl aus Reno auch wo anders reproduzieren kann, werde ich wohl nur herausfinden können, indem ich wieder losziehe... in die Ferne, raus aus Deutschland. Ich kann es kaum erwarten!

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Musikempfehlung des Tages: Big Wild - Awaken

14Februar
2021

Der Vergleich hinkt

What's up, meine treuen Blogleser! Ich habe schon lang nichts mehr von mir hören lassen. Zeit, das mal zu ändern.

Der Grund für diese, wieder mal viel zu lange Pause, war wohl, dass ich mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt war. Mittlerweile stehe ich nur wenige Tage vor dem offiziellen Start meiner Masterarbeit, die mich die nächsten 5 Monate begleiten wird - ach was, die die nächsten 5 Monate bis zum Limit ausfüllen wird. Das sind wie ich finde nicht unbedingt schöne Aussichten, aber irgendwie bin ich auch froh, dass es jetzt endlich losgeht. Noch mehr Zeit vertrödeln will ich eigentlich nicht mehr. Dennoch wird es absolut stressig und die Erwartungen sind hoch. Gestern hatte ich schon einen kleinen Nervenzusammenbruch, weil etwas was ich nicht kontrollieren kann nicht funktioniert. Das sagt wohl alles. Dazu kommt noch die anhaltende Pandemie, die über allem liegt und der wir bestimmt noch viel zu lange ausgeliefert sind, dank der inkonsequenten und schlecht ausgearbeiteten Strategie der Bundesregierung. Da könnte man jetzt einen ganzen Blogeintrag separat schreiben, aber ich lasse das mal. Corona begegnet uns eh schon genug im Alltag. Aber ist wirklich alles so düster? Keineswegs! Zum Einen habe ich eine Zusage bekommen für etwas, auf das ich mich super freue und das mir ein bisschen als Motivation dient, in den nächsten 5 Monaten durchzuhalten. Das möchte ich aber in einem zukünftigen Eintrag noch einmal ausführlicher beleuchten, daher will ich jetzt erstmal noch nichts dazu sagen. Zum Anderen hatte ich in den letzten Wochen viele nette Gespräche mit Freunden (ja, auch denen aus den USA) und es gab sogar ein physisches Wiedersehen. Ich habe mich nämlich zum Super Bowl vor einer Woche mit Diana und ihrem Freund getroffen. Corona-technisch war das erlaubt und nachdem meine persönlichen Bedenken durch den niedrigen Inzidenzwert in Dresden beseitigt waren, war ich total happy, mal wieder irgendjemanden physisch zu treffen. Es war ein netter Abend, bei dem zwar das eigentliche Spiel total langweilig war (die Kansas City Chiefs hatten nicht den Hauch einer Chance gegen die Tampa Bay Buccaneers mit dem GOAT Tom Brady), es sonst aber sehr spaßig und gemütlich einher ging. Natürlich schwelgten wir auch ein wenig in Erinnerungen an unseren letzten Super Bowl, den wir zusammen in Kiki's Haus mit ihrer Familie schauen durften (hier geht's nochmal zum entsprechenden Blogeintrag) und an so manch andere Erlebnisse in unserer Reno-Zeit. Ich hatte sogar noch meine halbleere Packung Sour Patch Kids Watermelon dabei, die ich damals am Tag vor unserer Abreise im Walgreens gekauft hatte und bei denen ich es immer noch nicht übers Herz gebracht habe, sie ganz aufzuessen. Auch sonst legten sich Diana und ihr Freund richtig ins Zeug und machten Hot Dogs, Wings und einen Nachoteller - mal besser mal schlechter. :D Ein wahrhaft gelungener Abend der einem eine kurze Flucht vor der Realität ermöglichte. Tja und sonst, gibt's nicht viel mehr zu erzählen. Biden ist jetzt Präsident, Trump wird nicht impeacht und meine Heimatregion um den Landkreis Wunsiedel herum ist bundesweit in den Nachrichten wegen unserer Inzidenzwerte. Wow. Gerade heute hatte ich jedoch etwas gelesen, was mich im Endeffekt auch dazu bewegt hat, wieder mal einen Blogeintrag zu schreiben...

Ich wollte mich gerade an die Arbeit machen, etwas für meine Masterarbeit zu schreiben, da stellte ich fest, dass ja heute Valentinstag ist. Für mich ist das eigentlich nichts großes, aber ich musste sofort daran zurückdenken, wie wir das letztes Jahr zelebriert hatten. Das veranlasste mich dazu, den Blogeintrag vom 14.02. letztes Jahr nochmal zu lesen. Ich finde, dieser Eintrag war im Nachhinein einer der stärksten von allen, da er gut geschrieben ist, mit wenig grammatikalischen Fehlern und guter Wortwahl. Und weil er sich nicht immer nur auf meinen Tagesablauf bezieht, sondern eigentlich genau das Gefühl wiedergibt, das ich bei so vielen anderen Einträgen immer versucht habe zu beschreiben, es aber nie so richtig geschafft habe. Eigentlich ist dieser Blogeintrag eine Liebeserklärung an die USA bzw. an das dortige College-Leben und das Lebensgefühl allgemein. Und somit passt das auch wieder total gut zum Valentinstag! Es löst wirklich etwas in mir aus, solche Zeilen von damals nochmal zu lesen. Vorzeitiger Abbruch hin oder her, der Gedanke, dass diese Zeit vermutlich nie wieder zurückkommen wird, ist manchmal schon nicht einfach. Und ich denke da nicht an die vielen Erlebnisse die ich in Reno mit meinen Freunden hatte, sondern eher um das allgemeine Gefühl der Zufriedenheit, des "Hier-fühle-ich-mich-bedingunglos-wohl". Das ist das Gefühl, wenn ich beim Stundenwechsel alleine über den Campus schlendere und das Treiben genieße. Das Gefühl, wenn ich im Burgerladen ein Dr. Pepper bestelle. Das Gefühl, wenn ich auf dem Beifahrersitz eines Pick-Up-Trucks Platz nehme, nachdem ich meine Tasche hinten auf die Ladefläche geworfen habe. Wenn man selbst an solchen kleinen, normalen Dingen auf einmal richtig echte Freude hat, dann wird einem klar, dass man irgendwie am richtigen Ort ist. Natürlich setze ich das immer wieder in Perspektive. Ich befand mich in meinem Auslandssemester, was an sich eine besondere und vor allem temporäre Zeit ist. Ich musste mich um nicht vieles selbst kümmern, bzw. hatte keine finanziellen oder persönlichen Sorgen. Ich hatte außerdem stets Rückhalt von tollen Leuten, die ich unter anderen Umständen vielleicht nie getroffen hätte. Das ist mir alles bewusst. Dennoch kann ich dieses Alltagsgefühl nicht einfach übergehen. Ich bin noch immer so ein bisschen auf der Suche danach, ob das Ganze auch wirklich komplett an die USA gebunden ist, oder ob es andere Gründe hat, d.h. ob ich eine solch positive Grundeinstellung auch unter anderen Gegebenheiten entwickeln kann. Wir werden sehen. Das Leben hält bestimmt noch viele Überraschungen bereit. Und wer weiß, wo es mich als nächstes hinverschlägt? Eins ist allerdings klar: Der Valentinstag 2021 kann auf keinen Fall mit dem Valentinstag 2020 mithalten. Jeglicher Vergleich der beiden würde gewaltig hinken! Hier nochmal der Eintrag von vor einem Jahr.

Bis zum nächsten Mal und bleibt wie immer gesund! Gerade in vermeindlich besseren Zeiten ist nochmal besondere Vorsicht geboten, damit wir nicht wie ein JoJo von Lockdown zu Lockdown hüpfen. :)

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Musikempfehlung des Tages: Whitney - Valleys (My Love)

09Januar
2021

1 Jahr später

Letztes Jahr am 9. Januar ging mein Abenteuer los. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht! Ich weiß ja nicht wie's euch geht aber durch Corona kommt es einem gar nicht so lang vor. Eher so wie 8 Monate vielleicht. Aber 12? Krass. Natürlich könnte ich jetzt komplett sentimental nochmal zurückblicken auf das ganze letzte Jahr und nochmal genau schildern, wie ich damals von Frankfurt aus gestartet und erst in Chicago und dann in Reno gelandet bin. Damals habe ich ja auch noch keine so langen Blogeinträge geschrieben, das heißt es sind bestimmt so einige kleine Ereignisse auf der Strecke geblieben. Aber für mich persönlich habe ich in den letzten Tagen und Wochen schon nochmal ausgiebig zurückgeblickt. Das liegt vor allem daran, dass ich endlich alle meine Fotos fertig sortiert habe und alle Blogeinträge vervollständigt habe. Was? Blogeinträge vervollständigt? Oh yes, aber dazu später mehr.

Ich habe mich nämlich auch mal wieder mit ein paar Leuten aus meiner Freundesgruppe unterhalten. Echt schön, dass es auch nach einem Jahr immer wieder klappt, sich mal zu sehen. Auch wenn es in dem Fall nur Diana, Jiwon und Kiki waren. Jiwon freute sich, dass sie nun einen Teilzeitjob in einem Café hat, aber beklagte sich auch über Corona. In Südkorea gibt es wohl jetzt gerade eine 3. Welle - mit 1000 Neuinfektionen pro Tag! Ich traute mich gar nicht zu sagen, dass es in Deutschland gerade 1000 Tote pro Tag gibt. Außerdem will sie sich bald mit einer Freundin treffen, die selbst viele andere Freunde hat, daher überlegt sie, danach vorsorglich für 14 Tage in Quarantäne zu gehen. So unterschiedlich sind die Mentalitäten. Und ganz ehrlich, wenn ich noch einmal jemanden höre, der sich für lockere Maßnahmen in Deutschland ausspricht bzw. der darauf scheißt, dann dreh ich durch. Es funktioniert in anderen Teilen der Welt. Kann mir keiner sagen, dass das hier nicht auch möglich wäre, wenn sich die Leute mal zusammenreißen würden. Meine Güte. So, genug gestänkert. Kiki's Erzählungen gingen in eine ganz andere Richtung. Sie wollte ja zur Air Force gehen, aber eigentlich nicht wegen des Fliegens direkt, sondern die bilden ja auch anderweitig aus usw.. Jetzt hat sie aber wohl doch auf dem örtlichen Flugplatz angefangen, ihren Flugschein zu machen und hat schon 20 Flugstunden hinter sich. Krass, was die alles macht. Ich kenne sie ja erst seit knapp einem Jahr und es war Corona aber trotzdem hat sie ein Haufen an Sachen 2020 erlebt. Irgendwie bin ich da fast ein bisschen neidisch. Naja, ich würde mich jedenfalls freuen, auch mal wieder von den anderen zu hören. Das kriegen wir bestimmt bald noch hin. Ach und dann habe ich mich gestern aus heiterem Himmel mal wieder dazu entschieden, bei der virtuellen Student Success Pizza des OISS mitzumachen. Wegen des einjährigen "Jubiläums" hatte ich da irgendwie Lust drauf und ich wollte auch einfach mal wieder ein paar bekannte Gesichter sehen. Wie ihr vielleicht aus dem Frühling noch wisst, können internationale Studenten der UNR bei dieser Veranstaltung über alles reden, was sie so bedrückt und Jeremy vom Counseling Service ist auch dabei und versucht zu vermitteln. Ich war am Anfang etwas nervös, weil ich ja eigentlich kein Student mehr bin an der UNR. Aber ich durfte trotzdem mitmachen und es war schön! Ich fühlte mich zwar in dem Sinne ein bisschen fehl am Platz, da alle anderen anwesenden Studenten entweder gerade ihr Semester starten oder von ihren Problemen mit dem Studium etc. erzählten und ich das halt alles vor einem Jahr hatte und jetzt quasi raus aus diesem Kosmos bin. Dennoch war es ganz schön, mal wieder reinzuschauen. Mal sehen, ob ich das in Zukunft noch öfters machen werde, aber ich glaube es wäre auch okay, wenn ich die nächsten Male erstmal nicht mehr reinschaue. Irgendwann komme ich eh wieder nach Reno und schaue beim OISS persönlich vorbei. Darauf freue ich mich schon. :D

Ok, da war doch was mit fertigen Blogeinträgen oder? Exakt! Ich wollte endlich mal alle Einträge auf diesem Blog vervollständigen, die ich damals nicht fertig schreiben konnte. Ich hatte es immer vor mir hergeschoben, aber jetzt wo ich über die Feiertage ein wenig Zeit hatte und das "1-Jahres-Jubiläum" anstand, habe ich mich endlich mal dazu aufgerafft und drauf los geschrieben. Vor allem verblassen die Erinnerungen ja mit der Zeit und bevor sie das noch weiter tun, mache ich das lieber jetzt als noch später. Es geht um die letzten Tage in Reno und den Heimflug, genauer gesagt um die Tage vom 22. bis zum 26. März. Ich habe tief in meinem Gedächtnis gekramt, Fotos gewälzt, in WhatsApp-, Telefon- und E-Mail-Verläufen nachgesehen und konnte die Tage so recht gut rekonstruieren. Vor allem sind mir dabei selbst wieder Dinge eingefallen, die ich schon fast wieder vergessen hatte. Da kann man mal sehen! Zuweilen wurde es auch ziemlich emotional, immerhin befinden wir uns in den letzten Tagen vor meinem vorzeitigen Rückflug. Aber auch das war irgendwie gut, um sich nochmal wirklich damit zu beschäftigen und in einer Weise auch damit abzuschließen. Naja, wenn ihr also Lust habt, hier sind die Links zu den fünf nun vollständigen Tagen:

22.3. Carpe Diem! (Link)

23.3. Alternative Handlungsstränge (Link)

24.3. Go Pack (Link)

25.3. Der schwerste Tag überhaupt (Link)

26.3. Leere (Link)

Übrigens, ja, ich weiß, das sind wieder mal richtig lange Texte geworden. Aber wenn man sich so zurückerinnert und die Tage Revue passieren lässt, fällt einem so viel wieder ein, was man dann auch nicht unbedingt auslassen will. Und lieber schreibe ich ein bisschen zu viel, als wenn es nur ein kurzer und knapper Eintrag wird. Ist doch auch für den Leser schöner und anschaulicher hoffe ich. :)

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal, ich hoffe ihr kommt sonst noch gut ins Jahr 2021 und dass ihr schön weiter aufpasst und wenn möglich zuhause bleibt! Wäre doch echt doof, sich jetzt noch anzustecken, wo es doch in ein paar Monaten schon dank der Impfungen vorbei sein kann. Cheers!

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Musikempfehlung des Tages: KAWALA - Ticket To Ride

31Dezember
2020

Das verrückteste Jahr überhaupt

2020 ist endlich vorbei! Gottseidank, was war das für ein sch*** Jahr, oder? Die ganze Zeit nur zuhause, keine Veranstaltungen mehr, keine Freunde mehr treffen, alles nur noch online... blöd! Und das alles nur wegen eines mikroskopisch kleinen Virus, der einfach mal so die gesamte Erde befällt. Hätte man mir das heute vor einem Jahr gesagt, hätte ich das für einen schlechten Witz gehalten. Immerhin ist letztes Jahr an Silvester meine Wunschrakete das erste Mal richtig schön geflogen und perfekt über dem Feld vor uns explodiert. Das hätte eigentlich niemals schiefgehen dürfen. Aber nun gut, es ist wie es ist und ändern kann man es eh nicht.

Aber auch wenn der überwältigenden Mehrheit das Jahr 2020 für immer negativ in Erinnerung bleiben wird, so sehe ich das ein wenig anders. Es ist schon verrückt, denn nimmt man nur die Zeit bis Mitte März, würde ich sogar vom besten Jahr aller Zeiten sprechen. Mein Auslandssemester in Reno war schon wirklich der Hammer. Wie sehr es mir gefallen hat, brauche ich jetzt nicht nochmal erwähnen. Ich glaube da gibt es auf diesem Blog schon genug Beweise. Von daher blicke ich wirklich mit gemischten Gefühlen zurück. Eins ist klar, ich könnte 2020 nie verteufeln. Ich habe sowohl vor, als auch in der Corona-Zeit viel gelernt und für mich selbst mitnehmen können. Kein anderes Jahr hat das zuvor so geschafft. Von daher möchte ich hier auch mal etwas unpopuläres sagen: Danke 2020!

Viel mehr möchte ich auch nicht schreiben. Wer die großen philosophischen Lehren aus 2020 nochmal auf sich wirken lassen möchte, dem sei dieser Artikel (Link) von Mark Manson ans Herz gelegt, der, wie ich finde, der beste Blogger ist, den es hier im großen weiten Internet gibt. Ansonsten bleibt einem nichts anderes übrig als optimistisch in Richtung 2021 zu blicken. Ich bin zuversichtlich, dass wir heute in einem Jahr zumindest etwas besser zurückblicken können als jetzt (wobei das natürlich immer subjektiv ist, wie wir gerade gelernt haben). Und wer weiß welche Abenteuer mich selbst erwarten? Ich sage mal so, ein weiterer Auslandsaufenthalt wäre schon was. :D Aber das lassen wir jetzt einfach mal auf uns zukommen. In diesem Sinn, bleibt gesund und habt einen guten Rutsch ins neue Jahr! Happy New Year!

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Musikempfehlung des Tages: Flipturn - Something You Needed

10Dezember
2020

Warum Reno der beste Ort in Amerika ist

Okay, ja es klingt verrückt. Ich kenne sehr wenige andere Orte in den USA, war bisher nur in 4 Staaten und hatte eine außergewöhnliche Erfahrung in Reno, die mein ganzes Bild von der Stadt und der Gegend verzerrt. Ich bin sozusagen befangen. Dennoch will ich euch nun ein paar objektive Gründe liefern, warum man meiner Meinung nach durchaus sagen kann, dass Reno die beste Stadt in Amerika ist. Also, "hear me out".

Bevor ich aber mit all den Vorzügen starte, will ich kurz die Gegenseite beleuchten. Während meiner Zeit in Reno habe ich nämlich auch immer mal wieder schlechtes über die Stadt gehört. Manches ist auch durchaus berechtigt. Viele der kalifornischen Einwohner und Studenten regen sich zum Beispiel über die Lage Renos auf. So weit ab vom Schuss und man muss ja immer so lange fahren. Außerdem seien die meisten Leute ja nur hier, da es günstiger ist und man weniger Steuern zahlt, nicht weil die Stadt unbedingt so cool ist. Man kann sich auch durchaus über die Downtown-Gegend beklagen. Eine handvoll Casinos die ihre besten Jahre bereits hinter sich haben, viele Obdachlose und ein allgemein leeres Stadtbild gegen das die Stadt auch gefühlt nichts tut. Dann ist der öffentliche Nahverkehr so gut wie nicht vorhanden und man braucht dringend ein Auto um wohin zu kommen. Man kann auch die allgemeine Lebensweise Nevadas anführen. Die Leute sind ein bisschen "freizügiger" und wenn man an Drogen oder andere Gefälligkeiten für Geld gelangen will, ist man in Reno bestimmt gut aufgehoben. Dann werden die Mieten auch noch teurer und Kriminalität existiert eben auch zu einem gewissen Grad. Hm, ja, toll, ist schon ein bisschen vermessen, hier vom besten Ort der USA zu sprechen. Oder?

Lasst mich beginnen mit meiner Passion: Geographie! Für mich ist die Lage Renos einfach perfekt. Es ist eine Stadt in den Bergen, also wortwörtlich umringt von den Gipfeln der Sierra Nevada, die im Winter malerisch mit Schnee bedeckt sind. Man hat hier eben wirklich ein Hochgebirge nebenan. Mit allem was dazugehört. Und damit ist auch der Lake Tahoe gemeint, der größte alpine See Nordamerikas. Ein Naturparadies in dem Amerikaner und Leute aus aller Welt gerne Urlaub machen. Es gibt Strände, unendliche Wanderwege, unvergleichliche Natur und allerlei Aktivitäten auf dem Wasser und drumherum. Allgemein ist die Gegend wohl eine der besten um Sport zu machen, da hier wirklich alles möglich ist was das Herz begehrt (auch in Reno direkt). Im Winter hat man dann noch die Wahl zwischen 15 Ski-Resorts, die teilweise weltbekannt sind. Und das alles ist nur eine kurze Autofahrt entfernt. Wer es lieber flacher oder wärmer mag muss sich allerdings nicht grämen. Im Sommer kann es auch schon mal Hitzewellen bis zu 40°C geben. Und fährt man nur ein Stückchen nach Osten befindet man sich wortwörtlich in der staubigen Wüste. Keine Zivilisation weit und breit. Nicht umsonst wird der Highway 50, der einmal quer durch Nevada führt, auch "The Lonliest Road in America" genannt. Wer also das klischeehafte Nevada sucht, wird es hier auch finden. Aber was, wenn man kein Naturliebhaber ist und eher so auf Großstadt steht? Naja, dann fährt man einfach 10 Minuten nach Westen und schon ist man in Kalifornien - DEM place to be. Nach einer malerischen Interstate-Fahrt mitten durch die Berge ist man in etwa 2 Stunden in Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens (übrigens mit 2 Millionen Einwohnern wenn man Vororte dazuzählt). Wenn man immer noch nach "meer" sucht, kann man aber auch einfach weiter fahren bis man nach San Francisco kommt - einer DER Weltmetropolen überhaupt. Zusammen mit der restlichen Bay Area ist das eine der fortschrittlichsten und weltoffensten Gegenden Amerikas. Zudem ist man hier mit dem Silicon Valley am Ort des Geschehens von so ziemlich allem. Die Natur wollt ihr doch nicht außen vor lassen? Gut, denn wenn man San Francisco erreicht hat, hat man auch den Pazifik erreicht - das MEER! Und da findet man sowohl malerische Steilküsten als auch ganz gewöhnliche Strände. Aber eigentlich muss man gar nicht so weit nach Kalifornien reinfahren. Biegt man vor San Francisco rechts ab, findet man sich im Napa Valley wieder - eine der bekanntesten Weinregionen der Welt. Hier herrscht nämlich mediterranes Klima! Man kann in Kalifornien auch ganz wo anders abbiegen und weiter die Sierra Nevada erkunden z.B. den weltberühmten Yosemite Nationalpark oder den Sequoia Nationalpark mit den größten Mammutbäumen der Welt. Ich könnte hier noch ewig über Kalifornien schreiben, aber das soll ja nicht das Hauptthema sein.

Ihr fragt euch jetzt bestimmt zurecht: Warum in Reno leben, wenn das ach so gute Kalifornien gleich nebenan liegt? Gute Frage. Hier kommt die Antwort. Zunächst einmal ist es billig. Gut, wenn ich es mit Dresden vergleiche, dann kann man das nicht so sagen aber im Vergleich zu Kalifornien... 100% billig. Warum sonst studieren so viele junge Leute aus Kalifornien extra an der UNR, wenn es eine Vielzahl anderer renommierter Unis in Kalifornien gibt? Das gleiche gilt auch für Nicht-Studenten. In Nevada zahlt man allgemein weniger Steuern, unter anderem viel weniger Vermögenssteuer und keine Einkommenssteuer! Ich will transparent bleiben: Es kann gut sein, dass ich hier nicht über alle Einzelheiten Bescheid weiß, aber die Grundessenz bleibt - und zwar dass der Staat Nevada nicht viel von dir abhaben will. Am Ende ist es ihm nämlich egal ob er sein Geld mit dir oder mit den Touristen macht. Die spülen nämlich in den Casinos einen Haufen Geld in die Kasse. Das Ganze hat auch noch einen anderen großen Vorteil: Auch Unternehmen zahlen in Nevada viel weniger Steuern als in anderen "angesagten" Gegenden in den USA. So ist es nicht verwunderlich, dass Tesla hier seine Gigafactory 1 gebaut hat - einfach mal das größte Produktionsgebäude der Welt. Auch andere Global Player wie Apple, Panasonic, Microsoft, Google, Amazon und Walmart haben selbstverständlich Standorte in Reno und Umgebung. Neben vielen anderen großen und aufstrebenden Unternehmen hat sich die Gegend in den letzten Jahren auch zu einem kleinen Startup-Hotspot entwickelt. In Reno ist man also am Puls der Zeit. Dann kommt natürlich noch die Casino- und Tourismusindustrie mit dazu. Wenn mal keine Corona-Pandemie herrscht, gibt es hier also viele Jobmöglichkeiten für Jedermann!

Wie sieht denn allgemein die Infrastruktur aus? Schauen wir uns zunächst die Bildungsinfrastruktur an. Die UNR ist nicht nur die beste Uni im Bundesstaat Nevada, sondern sie ist ebenfalls eine Tier 1 University, was bedeutet, dass sie zu den forschungsstärksten der USA gehört. Hier gibt es außerdem eines der weltgrößten Erdbebenlabore und einen der stärksten Terawatt-Laser des Landes und die Journalismus und Medizin-Departments sind sehr hoch angesehen. Dazu kommt natürlich der toll gestaltete Campus und die vielen Angebote für Studenten. Das Sportprogramm der Uni ist zudem auch ganz ordentlich. Neben der UNR gibt es zusätzlich ein recht gutes Community College und weitere High Schools, die sich in Sachen Bildung nicht vor dem Rest des Landes verstecken müssen. Aber gehen wir weiter. Auch sonst ist in Reno alles da: Eine große Interstate in Ost-West-Richtung und mehrere kleine Highways die einen überall schnell hinbringen. Außerdem gibt es einen großen internationalen Flughafen, der von vielen Airlines regelmäßig angeflogen wird und Reno liegt sogar an der bekannten Fernzugstrecke von Chicago nach San Francisco. Daneben gibt es viele kleine Parks und der Truckee River fließt durch die Innenstadt. All das zusammen findet man in vielen US-Städten vergleichbarer Größe nicht.

Gut, jetzt hat man sich die Fakten angeschaut. Ja, Reno hat schon viele Vorteile. Aber bitte, die USA sind groß, da schon vom besten Ort zu sprechen ist ein bisschen überheblich. Was ist mit anderen Gegenden im mittleren Westen oder an der Ostküste? Und oft kann man das ja auch gar nicht wirklich quantifizieren, manchmal hat eine tolle Stadt ja auch einfach eine ganz gewisse Mentalität? Hier ist mein Take dazu: Natürlich ist jeder Teil von Amerika schön. Auch wenn ich bisher nur im Südwesten und in Florida war, bin ich davon überzeugt! Aber dennoch gibt es für mich persönlich irgendetwas am Westen, das ich einfach auf eine andere Weise anziehend finde. Und ich meine nicht unbedingt die Westküste (die ist natürlich auch super), sondern eher den "wilden Westen" - das Gebiet in und um die Rocky Mountains. Auch wenn der Alltag in einer Stadt wie Reno bestimmt vergleichbar ist mit einer ähnlich großen Stadt im Rest des Landes, hat das hier doch einen ganz gewissen Flair. Ich kann es weiß Gott nicht gut beschreiben, aber das weite Land um einen herum, die karge Landschaft und die Geschichte dieser Gegend haben einen ganz bestimmten Einfluss auf die Mentalität der Stadt. Die Orte hier sind noch jung und wurden alle in einer Zeit des Aufbruchs gegründet. Hier haben vor 150 Jahren Leute ihr Glück versucht und wollten neu anfangen. Das merkt man irgendwie immer noch. Zusätzlich befinden wir uns ja in Nevada, wo Gesetze schon immer etwas laxer ausgelegt wurden. Das ist auch bis heute noch so. Nicht nur die Casinokultur ist das beste Beispiel dafür, auch der Fakt, dass viele Dinge hier erlaubt sind, die es in anderen Bundesstaaten nicht sind, spricht für die Freizügigkeit der Einwohner Nevadas. Hier wollte man eben schon immer leben wie man selber möchte, seine Freiheiten voll und ganz auskosten. Genug Land ist ja da. Diese Mentalität spürt man immer noch. Vielleicht nicht so direkt, aber man muss nur einmal in die Ferne auf die Hügel blicken oder sich die Casino-Skyline von Reno abends anschauen und man weiß sofort wo man sich befindet. Im "wilden Westen". Das alles mag ein bisschen so klingen, als wären die Leute hier sehr alteingesessen und konservativ geprägt. Während das für die kleinen Dörfer auf dem Land stimmen mag, ist das für Reno schon länger nicht mehr der Fall. Reno wählt, genau wie der komplette Bundesstaat Nevada seit einigen Jahren demokratisch und das wird vermutlich auch erstmal so bleiben. Es siedeln sich nämlich immer mehr junge, gebildete Leute hier an und die Stadt wird allgemein bunter. Man findet hier nicht nur typische weiße Amerikaner, sondern auch immer mehr Latinos, Asiaten und Leute aus anderen Gegenden der Welt. Eine Stadt, die mit der Zeit geht. Es ist jedem selbst überlassen, ob er das alles (vor allem den Teil mit der "Mentalität") auch so sieht. Für mich sind das jedoch gute Gründe, weswegen ich eine Stadt im Westen der USA einer vergleichbaren im Osten vorziehen würde.

Mensch, ich schreibe hier ja ein ganzes Essay. Dabei fehlen sogar noch ein paar Dinge. Wir haben zum Beispiel noch gar nicht drüber gesprochen, dass Reno mit seiner Größe (etwa 400.000 Einwohner) keine langweilige und unbekannte Kleinstadt ist aber auch keine überfüllte und unübersichtliche Megacity - genau mittendrin eben. Dazu kann Reno weltberühmte Events bieten, wie das Reno Air Race (eines der wenigen weltweit), das Great Reno Balloon Race (das größte Heißluftballon-Festival der USA), das Reno Rodeo, das Reno River Festival, die Hot August Nights, das Best In The West Nugget Rib Cook-Off, das Great Eldorado BBQ, Brews & Blues Festival und die Street Vibrations Fall Rally. Das größte und bekannteste ist allerdings zweifelsohne das Burning Man Festival, das alljährlich in der Black Rock Desert etwa 150km nördlich von Reno stattfindet und das Besucher aus aller Welt anlockt, um für zwei Wochen die Normen des alltäglichen Lebens hinter sich zu lassen. Reno hat zudem einen guten Ruf wenn es um Essen geht. Die Restaurantvielfalt hier kann sich durchaus sehen lassen und auch ich muss sagen, dass ich in Reno oft gut gegessen habe. Zusätzlich hat Reno ein super Nachtleben. Natürlich sprechen wir hier von den Casinos, aber auch abgesehen von diesen Feier- und Entertainment-Riesen gibt es mit Midtown und dem Riverwalk District zwei Bezirke mit zahlreichen Bars und Clubs, in denen man zweifelsohne eine gute Nacht erleben kann. Ich könnte jetzt noch damit anfangen, dass es in Reno viele tolle Museen gibt, dass hier schon viele bekannte Filme gedreht wurden, dass es mit dem "Reno Arch" ein einprägsames, über die Grenzen Nevadas hinaus bekanntes Wahrzeichen mit unvergleichlichem Slogan gibt oder dass die Sonnenuntergänge und die Lichter bei Nacht hier einfach atemberaubend sind. Ich könnte auch noch erwähnen, dass Reno in diesem Jahr wortwörtlich zur besten kleinen Großstadt der USA gewählt worden ist. Aber ich glaube, ich sollte langsam mal zum Ende kommen.

Da habt ihr's also: Reno ist der beste Ort in Amerika. Natürlich ist diese Behauptung immer noch streitbar. Aber ich habe neulich auf die Karte geschaut und mich ein bisschen zurückerinnert und ich sage mal so: Ich habe spontan keinen anderen Ort gefunden, der all das bieten kann. Habt ihr einen Vorschlag? Meldet euch gerne!

Das war's mit meiner kleinen Liebeserklärung an die "größte kleinste Stadt der Welt". Man merkt bestimmt, dass ich die Zeit vermisse. Ich muss zwar sagen, dass ich natürlich wieder im Hier und Jetzt lebe und auch weiß, dass ein Auslandssemester etwas besonderes ist, das man nicht mit dem normalen Alltagsleben vergleichen kann. Außerdem habe ich mir hier in Deutschland wieder komplett eingelebt, nachdem das in den ersten Monaten nach meiner vorzeitigen Rückreise nicht so leicht war. Aber manchmal überkommen einem doch noch ab und zu die Gedanken an Reno. Nicht unbedingt an die Zeit dort, sondern einfach an die Stadt und die Gegend an sich und man fragt sich, wie das Leben wohl aktuell dort aussieht, wie es den Leuten geht, die man dort (wenn auch nur flüchtig) kennengelernt hat und wann man wohl zurückkommen wird. Und in diesen Zeiten setze ich mich dann hin und schreibe einen solchen Blogeintrag. Es ist gerade 4:10 Uhr und ich höre jetzt am besten auch auf. :D Grüße an alle und bleibt gesund!

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Musikempfehlung des Tages: Morgan Wallen - 7 Summers

04Dezember
2020

The Biggest Little Playlist

Was? Zwei Blogeinträge gleich hintereinander? Das gab es ja echt schon lange nicht mehr. Das letzte Mal Ende März als... naja, ihr wisst schon. Aber mir war einfach danach, denn am Mittwoch hat Spotify den Jahresrückblick für jeden Nutzer veröffentlicht. Das heißt ich habe bunte Statistiken zu meinem Hörverhalten über das ganze Jahr bekommen inklusive einer eigenen Playlist ("Deine Top-Songs 2020") mit meinen meistgehörten Songs als Top 100. Ich finde es zwar jedes Mal wieder komisch, dass solche Jahres-End-Charts so früh veröffentlicht werden (ein Monat fehlt ja noch), aber nun gut. Das scheint wohl der Standard zu sein. Warum erzähle ich euch das alles? Naja, durch den musikalischen Jahresrückblick wurden bei mir viele Erinnerungen an mein Auslandssemester geweckt. Wenn man so viel Musik hört wie ich verbindet man zwangsläufig die Songs die man aktuell hört mit den Ereignissen und der Stimmung drum herum. Manchmal ist diese Verbindung sogar so stark, dass man, wenn man einen bestimmten Song später hört, sich sehr detailgetreu an einzelne Ereignisse zurückerinnert - viel genauer als sonst. Ich weiß, dass sich vermutlich keiner für die Songs direkt interessiert (würde ich bestimmt auch nicht unbedingt), aber die Augenblicke, die ich damit verbinde, sind doch bestimmt guter Stoff für diesen Blog. :D Ich kann natürlich jetzt nicht alles detailgetreu aufzählen, deswegen werde ich mich auf die größten und besten Songs beschränken und jeweils nur kurz eine Anmerkung dazu hinterlassen. Mal sehen ob das so aufgeht, wie ich mir das vorstelle. Bevor ich hier aber meine wirre Aufzählung starte, möchte ich auf einen Song ganz besonders eingehen:

"A-Punk" von Vampire Weekend ist eigentlich ein Song aus dem Jahr 2007. Nichtsdestotrotz ist er in diesem Jahr meine Nummer 1 - mein meistgehörter Song 2020! Er ist einfach genial, fröhlich, kurzweilig, anders, rhythmisch, ..., einfach toll! Wie kommt es aber, dass dieser Song bei mir in diesem Jahr so beliebt war? Daran ist genau eine Person schuld: Kiki. Kurzer Flashback: Es ist der 2. Februar und ich befinde mich zusammen mit Diana, Reggy, Joaquin und Peter in Kikis Auto auf der Interstate 80 Richtung Südwesten. Es ist der Tag des Super Bowls, den wir bei ihr in Kalifornien zusammen mit ihrer Familie anschauen wollen. Die Fahrt ist spannend (es ist das erste Mal für uns außerhalb von Reno), aber nach 1-2 Stunden hat der ein oder andere auch ein wenig Langeweile. Die ganze Zeit versorgt uns Kiki mit Musik von ihrem iPhone. Irgendwann wollen wir die ganzen spanischen Reggeaton-Lieder nicht mehr hören. Wir wissen aber auch nicht, was wir sonst hören könnten. Da holt Kiki eine CD hervor. Sie erklärt, dass sie diese 2011 von ihrer besten Freundin geschenkt bekommen hat. Warum nicht mal reinhören? Sie legt die CD ein, stellt den richtigen Audioausgang ein und es ertönt "A-Punk" von Vampire Weekend. Die ersten paar Töne sind so einprägsam, dass der Song sofort bei mir hängen bleibt. Ich glaube insgesamt hörten wir ihn nur einmal, aber ab und zu hörte man die Anfangssequenz nochmal beim Durchschalten. Ich schaffte es, das Lied von Shazam erkennen zu lassen. 2 Tage später habe ich es dann laut Spotify das erste Mal selbst angehört. Von da an war es immer mit dabei und ist bei mir zu einem der Symbollieder dieses Austauschs geworden. Diana hatte mich sogar auch irgendwann danach gefragt, wie das Lied heißt, da sie es auch nicht aus dem Kopf bekam. Sogar heute, als ich meine Top-Songs des Jahres auf Instagram geteilt habe, veranlasste das Diana, bei Kiki nachzufragen, ob sie die CD noch hat und uns die Songs mal schicken kann. Auch bei meiner Familie fand der Song Anklang als ich ihn eines Abends am Essenstisch spielte. Ja, liebe Blogleser, das ist die Geschichte eines Songs. Schon verrückt oder? Was Musik alles schafft. Ich hätte große Teile der Autofahrt, geschweige denn die Existenz dieser CD schon längst wieder vergessen, wenn wir nicht dieses Lied damals gehört hätten. Und genau solche Stories gibt es für viele andere Songs auch. In Kurzform kommen nun hier die Lieder, die mein Auslandssemester in Reno geprägt haben:

"Life Is Good" von Future feat. Drake (ich schlendere abends über einen dunklen UNR-Campus auf dem Weg zurück zur Sierra Hall - entweder nach meiner GIS-Montagsübung oder nach einer langen Session in der Bibliothek)

"out for the night" von 21 Savage (ich sitze in der Bibliothek in einer ganz bestimmten Ecke auf dem 2. oder 3. Floor und bereite das Geography Colloquium nach)

"Heartless" von The Weeknd (es ist Stundenwechsel und ich gehe die Treppen hoch in Richtung Joe Crowley Student Union)

"MZ" von Sascha Funke (ich laufe über den südlichen Teil des Campus zur Montagsübung von GIS - das Lied ist in etwa genau so lang wie der Weg)

"Come On, Come On" von Smash Mouth (ich laufe zwischen dem Ansari Building und dem PSAC in Richtung Quad)

"Without Me" von Eminem (ich laufe nach Hause zwischen der Great Basin Hall und dem Parkplatz daneben)

Weitere Songs bei denen ich mich immer irgendwo auf dem Campus sehe: "Cheeseburger in Paradise" von Jimmy Buffett, "Refu (Dominik Eulberg Remix)" von Christian Löffler, "Herz an Herz" von Blümchen, "Ba-Ba Banküberfall" von EAV, "Heaven For Everyone" von Queen, "Yellow Hearts" von Ant Saunders, "Ottolenghi" von Loyle Carner & Jordan Rakei, "Stubborn Love" von Josh Kumra, "3 Nights" von Dominic Fike, "Somebody Else" von The 1975

"Bandit" von Juice WRLD feat. YoungBoy Never Broke Again (ich mache mich im Bad fertig während keiner sonst im Zimmer ist)

"Crown" von Stormzy (das gleiche)

"Why You Always Hatin?" von YG, Drake & Kamaiyah (lief bei der Silent Disco)

"hot girl bummer" von blackbear (Peter ist voll drauf abgefahren)

"Viceversa" von Francesco Gabbani (ich hatte mit Ema über den italienischen Vorentscheid geredet wo Gabbani Zweiter geworden ist - daraufhin hat sie mich dazu gebracht, sein ganzes aktuelles Album zu hören und andere Songs (sogar von seinem Album davor) wie "È un'altra cosa", "Einstein" oder "Amen" sind dabei total hängen geblieben)

"My Own Worst Enemy" von Lit (auf unserem Trip nach San Francisco kehren wir nachdem wir nochmal schnell getankt hatten um, um wieder auf die Autobahn zu gelangen)

"Californication" von Red Hot Chili Peppers (hatte ich schon mal erwähnt - auf dem Weg nach San Francisco als wir durch die flache Marschlandschaft gefahren sind)

"BLACK BALLOONS" von Denzel Curry feat. Twelve'len & GoldLink (Fahrgemeinschaft mit Brandon und Chris zum/vom Tennistraining - dazu passt auch "Arkham" von Project105, das ist nämlich Chris' Bruder)

"Under Pressure" von Queen & David Bowie (ich laufe mit den anderen in Downtown abends an einem Casino vorbei bei dem genau dieses Lied aus den Lautsprechern am Gehsteig tönt)

"Dang!" von Mac Miller feat. Anderson .Paak (höre ich beim Trainieren im E. L. Wiegand Fitness Center)

"Bando" von ANNA (zu diesem Song habe ich mit Peter getanzt und ein ziemlich cooles TikTok-Video aufgenommen)

Es folgen Songs, die mich besonders an die letzten 2 (schweren) Wochen erinnern: "Rich & Sad" von Post Malone, "Ballin'" von Mustard feat. Roddy Ricch, "San Siro" von Franco126, "Under The Bridge" von Red Hot Chili Peppers, "Patty Cake" von Kodak Black, "The Box" von Roddy Ricch (bei manchen dieser Lieder fällt es mir sogar heute noch schwer sie mir anzuhören)

Diese Songs hat Peter in den letzten Tagen öfters in unserem Zimmer gespielt: "MIA" von Bad Bunny feat. Drake, "Say So" von Doja Cat, "Fix You" von Coldplay, "Yellow" von Coldplay

Natürlich gibt es auch Songs, die ich total mit meinem Auslandssemester verbinde, bei denen ich allerdings kein konkretes Ereignis im Kopf habe: "Rare" von Selena Gomez, "Sussudio" von Phil Collins, "No Voy en Tren" von Charly García, "A Thousand Bad Times" von Post Malone, "Ayy Macarena" von Tyga, "everything i wanted" von Billie Eilish, "Callaita" von Bad Bunny & Tainy, "Reachin' 2 Much" von Anderson .Paak feat. Lalah Hathaway, "Suicidal" von YNW Melly, "VIBEZ" von DaBaby, "Don't Start Now" von Dua Lipa, "Italiana" von J-AX & Fedez, "REALLY" von DaBaby feat. Stunna 4 Vegas, "Head Over Boots" von Jon Pardi, "Memories" von Maroon 5 und auch noch die Songs vom Album "Something You Needed" der Band Flipturn, von denen ich offenbar keinen Song heruntergeladen habe und mich gerade selbst darüber wundere.

Für die meisten wird das alles ziemlich nichtssagend sein. Selbst wenn jemand anderes sich jetzt die Songs anhört (was ich bei den meisten natürlich unabhängig von allem empfehlen kann :P), wird er eh nicht die Verbindung haben, die ich mit ihnen habe. Von daher, seht diesen Blogeintrag einfach als ein kleines Erinnerungsstück für mich und als einen kleinen Blick in meinen Auslandssemester-Alltag. Man muss sowieso sagen, dass ich sehr viel Musik höre (ich habe fast ständig meine Kopfhörer auf wenn ich alleine bin) und mir dieser Aspekt daher auch allgemein wichtiger ist als manch anderen Leuten. Auch die Jahresendcharts von Spotify lassen jedes Jahr mein Herz höher schlagen. Neben "A-Punk" (#1) sind übrigens auch "Life Is Good" (#3), "Heartless" (#6), "REALLY" (#7), "out for the night" (#8), "Crown" (#11), "Rich & Sad" (#14), "Sussudio" (#15), "Ballin'" (#22), "VIBEZ" (#24), "Bandit" (#27), "Viceversa" (#31), "everything i wanted" (#34), "Cheeseburger In Paradise" (#39), "È un'altra cosa" (#40), "A Thousand Bad Times" (#44) und "No Voy en Tren" (#46) in meinen Top 50 enthalten. Hach, sind solche Chart-Statistiken nicht toll? Okay, ich hör schon auf :)

Ich will nur kurz noch drauf hinweisen, dass es ja zu jedem Blogeintrag eine Musikempfehlung des Tages gibt. Diese spiegelt natürlich auch meinen aktuellen Musikgeschmack wider und ist daher eigentlich fast noch aussagekräftiger als die Aufzählung in diesem Post. Manchmal passe ich natürlich die Empfehlung auch an die Ereignisse des Tages an, sodass sie gut zusammenpassen. Aber im Großen und Ganzen ist auch das ein ziemlich gutes Protokoll meiner Hörgewohnheiten.

So, viel geschrieben, wenig spannender Inhalt für meine Leser aber ein aufregender Beitrag für mich. Manchmal muss man einfach ein bisschen egoistisch sein. Immerhin ist das hier MEIN Blog. Kleiner Scherz. Ich werde mich bestimmt bald wieder melden. Diesmal hoffentlich nicht erst in einem Monat. Bis dahin (ich schreibe es jedes Mal), bleibt gesund! Wir sind auf den letzten Metern bevor der Impfstoff rauskommt. Jetzt bloß nicht nachlassen. :)

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Musikempfehlung des Tages: Jack Harlow feat. DaBaby, Tory Lanez & Lil Wayne - WHATS POPPIN